Umfassende Diagnose und Austausch des Ladeleistungsmoduls beim Smart Fortwo 2021
SMART Fortwo
Technische Merkmale und Konstruktionsbesonderheiten des Smart Fortwo
Die moderne Automobilindustrie bewegt sich aktiv in Richtung Vereinheitlichung und globaler Zusammenarbeit bei Markenplattformen. Als Ergebnis dieses Ansatzes erhielt der kompakte smart fortwo des Mercedes-Benz-Konzerns einen Antriebsstrang und eine elektronische Ausstattung, die von Renault-Ingenieuren für das Modell Zoe entwickelt wurden.
Die wichtigste und interessanteste Besonderheit dieses Systems liegt in der Struktur der Wechselrichter-Ladeeinheit (bekannt als „Chameleon Charger“-System). Um das Gewicht zu minimieren und den begrenzten Platz im Kompaktwagen zu sparen, verzichteten die Entwickler auf den Einsatz eines separaten, massiven Bordladegeräts (OBC). Stattdessen nutzten sie direkt den Antriebsmotor des Fahrzeugs: Beim Anschluss an ein Hochleistungs-Wechselstrom-Ladegerät fungieren die Statorwicklungen des Motors als Induktivität (Drossel).

Diese technische Lösung ist zwar aus Platzgründen sehr effizient, hat jedoch einen deutlichen Nachteil. Im Hochstrombetrieb ist die Baugruppe extremen thermischen Belastungen und ständigen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Mit der Zeit führt dies zu einer systematischen Überhitzung der Leistungssteuerungsmodule, wodurch diese ausfallen. Dies ist ein klassisches „Kinderkrankheitsproblem“ dieser Plattformen, mit dem sowohl Besitzer eines Renault Zoe als auch eines smart fortwo häufig konfrontiert sind.
Ablauf der Arbeiten im Servicecenter STS.Electro
Zu uns kam ein smart fortwo aus dem Baujahr 2021 zur Reparatur, der Anzeichen eines vollständigen Ladeausfalls aufwies: Beim Anschließen des Kabels startete der Ladevorgang nicht, und die Borddiagnose wies eindeutig auf einen Hardwarefehler des Ladesteuerungsmoduls hin. Zudem wurde bei der ersten Begutachtung des Motorraums ein weiterer Defekt festgestellt – eine nicht festgeklemmte, vollständig gelöste Plusklemme.

Daher standen die Techniker von STS.Electro nicht nur vor der Aufgabe, das Bauteil zu ersetzen, sondern einen vollständigen Fehlerdiagnosezyklus durchzuführen, um damit verbundene Risiken auszuschließen und die Sicherheit des weiteren Betriebs des Hochspannungssystems des Fahrzeugs zu gewährleisten. Es wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:
- Eine eingehende Computerdiagnose und Fehleranalyse: Mithilfe spezieller Geräte wurden die Fehlercodes aus den Steuergeräten des Hochspannungssystems ausgelesen. Die Ergebnisse bestätigten einen Hardwareausfall der internen Bauteile des Leistungsmoduls.
- Prüfung der Stromkreise und Behebung der damit verbundenen Mängel: Bei den Demontagearbeiten stellten die Fachleute eine gelöste Plusklemme fest und sicherten diese. Die Kontaktflächen wurden vollständig von Oxidablagerungen gereinigt, die korrekte Anschlussgeometrie wiederhergestellt und mit dem vorgeschriebenen Anzugsmoment festgezogen.
- Austausch des Leistungsmoduls: Die beschädigte Baugruppe wurde durch ein neues Original-Leistungsmodul zur Steuerung des Lear/Renault-Ladegeräts mit der OEM-Nummer 296H50177R (Hardware-Version HW:D2.6, Lear-Artikelnummer: 58BL1BF05).
- Zwischenprüfungen und Anschluss unter Last: Die Tests wurden noch vor der endgültigen Montage der Schutzabdeckungen und Gehäuse durchgeführt. Das Fahrzeug wurde an die Ladestation angeschlossen, um Ströme, Temperaturverhältnisse und akustische Betriebsparameter zu überwachen (ein charakteristisches leises Summen bestätigte den ordnungsgemäßen Betrieb des Induktionskreises).
- Endmontage und Ausgangskontrolle: Nach erfolgreichem Abschluss des Lade-Testzyklus wurde das System vollständig montiert, alle Schutzelemente angebracht und eine abschließende computergestützte Fehlerprüfung durchgeführt.

Dank eines systematischen Ansatzes und eines tiefgreifenden Verständnisses der Besonderheiten der Hochspannungsplattformen von Renault-Daimler konnte das Team von STS.Electro das Ladeproblem des smart fortwo zügig beheben. Wir haben nicht nur die kritische Elektronikkomponente durch ein Originalteil ersetzt, sondern auch die damit verbundenen Risiken in den Stromkreisen vollständig beseitigt und das Elektroauto in einwandfreiem technischen Zustand an den Besitzer zurückgegeben.

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