Aufladen einer Hochspannungsbatterie des Fiat 500, die sich bis zu einem kritischen Wert entladen hat
FIAT 500
Im Gegensatz zu vielen anderen Elektrogeräten sollte die Batterie eines Elektrofahrzeugs nicht unter einen bestimmten kritischen Ladezustand entladen werden – der in der Regel deutlich über Null liegt. Dies führt zu einer ganzen Reihe von Problemen, von einer beschleunigten Alterung der Hochspannungsbatterien bis hin zu Problemen mit den Steuergeräten und der Software des Elektrofahrzeugs. Betrachten wir einen typischen Fall eines elektrischen Fiat 500.
Wiederbelebung eines Fiat-Elektrofahrzeugs mit einer kritisch entladenen Hochspannungsbatterie

Wir erhielten ein Elektroauto mit sehr schwachen Traktionsbatterien. Es wurde mit einem Abschleppwagen gebracht, da es offensichtlich nicht mehr in der Lage war, sich selbstständig fortzubewegen. Das Problem ist typisch für den Fiat 500 und viele andere Elektrofahrzeuge dieser Klasse: Das Auto stand etwa zwei Wochen lang mit teilweise geladener Batterie auf dem Parkplatz. Während dieser Zeit entluden sich die Batterien unter das zulässige Niveau, und der Elektromotor des Autos sprang nicht mehr an.
In diesem Fall gibt es in der Regel noch Probleme mit dem BMS (Battery Management System), das in den Schutzmodus wechselt. Selbst wenn die Batterie vollständig geladen ist, kann das Auto nicht im normalen Modus gestartet werden. Sie müssen das Diagnosemenü aufrufen und die Sperre durch Flashen der Software aufheben.
Die Hochspannungsbatterie war also bereits so entladen, dass bestimmte Anzeigen über das Diagnosesystem nicht mehr angezeigt werden konnten. Bemerkenswert ist, dass die Anzeige auf dem Armaturenbrett eine Ladung von 37 % anzeigte. Dies ist ein typischer, undokumentierter Fehler, der für Fiat typisch ist – aus unbekannten Gründen kann er keine Werte nahe Null anzeigen. Glauben Sie dem nicht, wenn der Motor nicht anspringt, sollten Sie sofort Hilfe von qualifizierten Fachleuten in Anspruch nehmen.
In dieser Situation bestand die einzige Möglichkeit darin, die Batterie zu entfernen und sie mit einem externen Ladegerät aufzuladen. Dazu haben wir das Auto auf eine Hebebühne gestellt und den Hochspannungsakku mit einer hydraulischen Stange entfernt. Dabei ist zu beachten, dass hierfür die hintere Traverse des Fiat 500 demontiert und die Bremsleitungen abgeklemmt werden müssen.
An der ausgebauten Batterie wurde jedes Batteriemodul mit einem Multimeter getestet. Das Ergebnis war enttäuschend: Im Durchschnitt lag die Spannung an den Kontakten jeder Zelle nicht über 2 V (obwohl dies weniger als die Nennspannung einer Batterie ist). Alle Module waren in etwa gleich, bis auf eines – dieses wies noch niedrigere Werte auf. Wir müssen also die Hochspannungsbatterie nicht nur aufladen, sondern auch ausgleichen.

Da es in einer solchen Notsituation nicht möglich ist, die Batterien des Autos mit einem Standard-Ladegerät aufzuladen, da das BMS dies nicht zulässt, haben wir zum Laden eine externe 400-V-Hochspannungsversorgung verwendet. Der Ladestrom war niedrig, um das Risiko einer Beschädigung der Batterie zu minimieren.
Als die Batterien zu etwa 14 % geladen waren, wurden die Module erneut gemessen. Das Multimeter zeigte bereits 22 Volt an, sodass wir auf dem richtigen Weg waren. Insgesamt dauerte der Lade- und Wiederherstellungsprozess der Hochspannungsbatterie etwa zwei Tage. Danach wurde sie zusammengebaut und im Auto installiert.

Nach dem Einbau der hinteren Traverse und dem Anschluss der Bremsleitungen musste die Bremse gepumpt werden. Dabei ist zu beachten, dass dies nicht so einfach ist wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Wie fast alle anderen Verfahren erfordert auch dieses eine Verbindung zum Diagnosesystem des Fahrzeugs.
Und schließlich, wie man eine solche Situation vermeiden kann. Was sich nicht gerade positiv auf die Gesundheit der Hochspannungsbatterie auswirkt. Um zu verhindern, dass sich die Batterien des Autos unter ein kritisches Niveau entladen, muss die Pistole im Ladeanschluss stecken bleiben, wenn das Elektroauto für längere Zeit stehen gelassen werden muss. Tatsächlich ist dies in den Anleitungen vieler Autos, darunter auch des Fiat 500, so vorgeschrieben. Und wenn doch einmal Probleme mit dem Auto auftreten sollten, wenden Sie sich gerne an STS.Electro. Wir helfen Ihnen in jeder noch so schwierigen und ungewöhnlichen Situation.